Datsun 100 AF II 1978

  • Vor einigen Jahren günstig gekauft und diverse Verschleißteile erneuert und alles mögliche überarbeitet.




    Alle Öffnungen und Falze mit Hohlraumschutz bzw. Wachs geflutet und versiegelt


    Diverse Neuteile


    Vergaser Überholung


    Bremszylinder gehont und neu gedichtet



    So können die brachialen 45PS aus dem 1 Liter Hub wieder gebändigt werden :D

  • Er ist so herzerfrischend anders, ich weine jedesmal meinem Starlet KP60 nach wenn ich die Bilder deines Datsun anseh..
    Der war ähnlich heiß motorisiert - 48PS aus knapp 1 Liter sind auf ein Eigengewicht von 695kg getroffen. Nach einem schweren Kopfdichtungsschaden mit ordentlicher Abnahme an Material vom Kopf ging der wie die "Hölle" :-D

  • Danke, da bin ich für jede Quelle dankbar.
    Ja, die Versorgung ist recht mühsam, zb für einen Kupplungsnehmerzylinder hab ich 2 Jahre gesucht, bis ich einen Neuen gefunden habe. Konnte zwar mit dem Alten auch fahren, aber er hat immer leicht geschwitzt.

  • Jetzt hab ich mir mal die Zeit genommen und nachgesehen, warum der Datsun den Vergaser nicht mehr mit Sprit versorgt. Begonnen hat die Spinnerei letzten Herbst und hat sich durch folgendes Symptom geoutet:
    Schwimmerkammer leer (gut sichtbar durch das Schauglas), endloses orgeln zwecklos. Füllt man die Kammer über die Be/Entlüftung springt der Motor sofort an und läuft bis die Kammer leer ist.


    Schlauch am Pumpeneingang abgezogen und mit einer Spritze angesaugt. Vom Tank zur Pumpe alles ok.


    Schlauch vom Pumpenausgang entfernt und per Starter die Pumpe arbeiten lassen, die Urinprobe im Becher ist ebenfalls zufriedenstellend.


    Mit der Spritze den Pumpendruck zum Vergaser simuliert ...


    ... und die Kammer blieb trocken.


    Direkt am Vergaser angesetzt und auch da war es nicht möglich die Spritze zusammen zu drücken.


    Den oberen Teil abmontiert und eine steckende Schwimmernadel vorgefunden.


    Die alte Nadel, welche ich beim Überholen vor ein paar Jahren erneuert habe wieder eingetauscht.


    Neue Dichtung aufgezeichnet und ....


    ... mit diversen Locheisen, Schere und Messer geschnitzt.


    Danach alles zusammen gebaut und jetzt läuft er wieder und sobald die Straßen salzfrei sind hole ich mir die §57a Urkunde.

  • Baldigst möchte ich zum Pickerl fahren und weil die hinteren Bremsen keine automatische Nachstellung besitzen, hab ich das mal wieder zerlegt, gereinigt und gekupferpastiert.



    Erdbeerfett für die Radlager zum nachfetten (Mobil Grease 28)



    Danach durch die Öffnungen die Stellrädchen gedreht bis links und rechts gefühlsmäßig die Backen gleich fest in der Trommel kratzen.


  • Vor wenigen Tagen eine kleine Proberunde gedreht und beim Nachsehen ob eh Alles schön ist das inkontinente Knie entdeckt



    Motorstütze weg, Schlauch runter und gesehen, dass nicht nur in der Kante ein Riss ist sondern auch wo der Schlauch sitzt nicht mehr viel da ist, wo eine Schelle halt finden könnte



    Der weiche Sechskant gab sogar beim ansetzen mit dem Leitungsschlüssel nach, deshalb kam die Flex und eine Nuss zum Einsatz



    Dass der Schlauch überhaupt noch gehalten hat ist verwunderlich.



    Anderes Knie von einem Kopf der noch rumkugelte hineingezimmert und für gut befunden



    Nach einer weiteren Testfahrt noch den Versager in Richtung höchstes Vakuum nachgestellt
    (Vorher)


    (Nachher)


    Und heute morgen den lustigen Aufkleber abgeholt


  • 2019 im Spätsommer hat der kleine Silberne das Kühlwasser ausgespuckt und da letztes Jahr die Treffen ausgefallen sind, hab ich mich nicht zeitnah darum gekümmert.

    Zwischendurch hab ich Material besorgt:


    Ein 27mm und ein 16mm Rohr.



    Das Dünnere an den Enden verpresst und mit Sand gefüllt um ...



    .. es 90 Grad biegen zu können.



    Das dicke Rohr angebohrt und vom Dünnen ein passendes Stück abgeflext.



    Dauerhaft verbunden:



    Die Problemstelle an der Rückseite des Motorblocks, der Wasseranschluss inkl. Abzweiger zum Wärmetauscher der Heizung.



    Da das Teil im Block eingepresst ist und man den Motor ausbauen müsste damit man es wechseln kann, hab ich nur die schadhafte Stelle (Riss am dünnen und Rost am dicken Rohr) abgeschnitten.



    Das neu gebastelte Teil zugeschnitten und ...



    ... mit einem Schlauch angeschlossen.

  • Vielleicht findet sich mal ein Grund den Motor aus zu bauen, dann werde ich es original getreu versuchen zu bauen.


    Weil es mir gerade auffällt, mittlerweile ist das hier nur noch ein 2 Personen Forum, aber es kommt nicht drauf an wie viele angemeldet sind, sondern ob sich was tut im Forum.

  • Nach der letzten Reparatur des Kühlwasseranschluss hab ich erstmal nur Wasser eingefüllt und heute hab ich noch eine neue Batterie besorgt, da die Alte nach fast 2 Jahren Standzeit tot ist, obwohl ich sie zwischendurch am Ladegerät hängen hatte.




    Nach befüllen des Vergasers mit Sprit mittels Spritze, hat sich der Silberfisch wieder eigenständig bewegt und der erste Weg war Richtung "Waschplatz".




    Nass entstaubt und bereit eine Tankstelle zu besuchen um den Kraftstoff auf zu frischen.




    Nach der kurzen Ausfahrt die braune Suppe ausgelassen.

    (der Kühler hat nicht nur einen eigenen Ablass, es ist auch das Frontblech extra ausgenommen und man kann im Gegensatz zu vielen anderen Fahrzeugen das Wasser ablassen ohne herum zu pritscheln)




    Anschließend gab es noch schönes G48 gegen den Hitzkopf


  • Unlängst wurde ich gefragt ob der Silberne Lust und Zeit hat um bei einem Fotoshooting für Sportbekleidung den Hintergrund auf zu hübschen und der Silberne hatte Zeit. Das Ganze war relativ kurzfristig angelegt und bei einer kleinen Probefahrt stellte ich noch fest, dass rechts vorne der Bremssattel nicht locker lassen wollte und das kann man einen Tag vor dem Termin mit einer ca 40Km langen Anreise gar nicht brauchen.

    Nach einer 10km Testfahrt war die linke Bremsscheibe auf ca 40 Grad und die rechte auf über 90 Grad und man merkte beim langsamen ausrollen, dass der kleine am Ende spontan stehen blieb ohne Kontakt der Fußsohle zum Bremspedal.


    Bremssattel ausgebaut und ...




    .. zerlegt.




    Die Problemstelle, den durch Rost aufgequollenen Außenring ....




    .. blank gemacht und ...




    ... den Sattel wieder zusammengebaut.




    Die witzige Konstruktion der 2 Kolben die auseinander drücken und der innere Kolben über den Bügel den äußeren Belag andrückt eingebaut und ...




    ... eine weitere Testfahrt zeigte den Erfolg, beide Seiten ca gleich warm bei 50 Grad.




    Bilder vom Shooting selbst darf ich noch nicht zeigen aber den Silberfisch alleine.




    Und das passiert, wenn man das Auto mit geschlossenen Fenster zu lange in der Sonne stehen lässt und sich die Luft darin ausdehnt, dann wird aus dem Silberfisch ein Kugelfisch.




    Funfact am Rande:

    Bei der Anfahrt zum Fototermin ist ca 5 Km vor dem Treffpunkt die Lichtmaschine ausgefallen (rotes "GEN" Licht blendete mich plötzlich derb) und im Vorfeld wurde ich schon informiert, dass man beim Shooting, welches für die Nachtstunden angesetzt wurde, auch das Licht vom Fahrzeug braucht um reflektierende Elemente der Kleidung besser zur Geltung bringen zu können. Also idealer Zeitpunkt für das versiegen der Stromquelle im Auto. Jedoch hatte ich eine 2. Batterie vorsorglich mitgeführt, da so eine Bilderschiesserei länger dauern kann und wenn man dazu das Fernlicht braucht, kann das nicht gut enden. Mit etwas zittern habe ich aber dann auch den Heimweg von ca 40km per Batterie geschafft, da der Datsun nur Licht und den Zündfunken von der Bat. versorgte und die mechanische Benzinpumpe unbeeindruckt vom Strommangel blieb.

    Demnächst folgt dann hier wohl die Fehlersuche.

  • Im April hätte der Datsun in einem Film dabei sein sollen aber da war noch die Sache mit dem undichten Kühlwasseranschluss. Und vor langer langer Zeit war er im Film "wie man leben soll" auch kurz zu sehen.


    Ja, die Bremse ist schon was sehr "Eigenes" und zeichnet sich aber auch nicht durch besondere Leistung aus.

    Da wollte sich der Konstrukteur wohl profilieren.

  • Mein erstes Auto nach meinem Umzug nach Japan war in 1980 ein Datsun aus 1975, war ein 4-Tuerer, Bezeichnung war glaub ich Datsun 1200. Hab ich noch 5 Jahre gefahren, wurd mir dann aber zu teuer, da damals Autos ueber 10 Jahre jedes Jahr zum jap. TUEV mussten, und das lief nach Liste ab, was alles von einer authorisierten Werkstatt gewechselt werden musste, egal ob defekt oder nicht, selber zum TUEV fahren ging nicht, musste alles durch eine Werkstatt gemacht werden. Deshalb haben sie damals hier in Japan alle Autos verkauft, bevor sie 10 Jahre alt wurden.

  • Quote from schrauber30

    Demnächst folgt dann hier wohl die Fehlersuche.


    Und das war ein Theater.

    Zur Erinnerung, die rote "GEN" Lampe für die Lichtmaschine leuchtet bei laufenden Motor.

    Meine erste Annahme war, dass sich der eine oder andere Metallspan in die Lichtmaschine verirrt hat, als ich die Sache mit dem Kühlwasseranschluss unlängst repariert habe, denn da musst ich mit der Flex unweit der Lima schneiden. Ich hatte sie zwar abgedeckt aber dennoch war es nicht auszuschließen, dass so mancher Funke ins Innere eindrang.


    Die Lichtmaschine zerlegt und mit Druckluft und Bremsenreiniger alles gesäubert:



    Soweit hat Alles gut ausgesehen und auch das Durchmessen war ohne Befund. Die zusammen und wieder eingebaute Lima lieferte aber wieder keinen Saft. Beim Suchen nach Schaltplänen bin ich aber dann darauf gestoßen, dass der Silberne einen externen Spannungsregler für die Lima haben sollte, wobei ich aber keinen finden konnte. Weder im Motorraum, noch im Fußraum beim Sicherungskasten war einer zu sehen. Auch der Ausbau des Handschuhfaches half nichts. Ich vermutetet den Einbauort dort, weil der Kabelbaum vom Motorraum dort in das Innere geführt wird. Beim kramen in den Kisten mit Ersatzteilen fand ich dann auch 2 gebrauchte Spannungsregler und so war klar, da muss doch einer im Auto verbaut sein.


    Eines der Ersatzteile wo auch mal jemand "OK" drauf gekritzelt hat:



    Ob jetzt ein externer Regler verbaut ist oder nicht wurde noch unklarer als ich in einem Schaltplan eine Zeichnung fand, dass die Lima einen 4 poligen Stecker hat, wenn der Regler extern sitzt und einen 2 poligen Stecker, wenn der Regler in der Lima integriert ist. Die verbaute Lima hat einen 2 poligen aber ich fand in ihr keinen Bauteil, der ein Regler sein könnte.

    Anhand der Hitachi Nummer fand ich dann eine Beschreibung der Lima im Netz und da stand geschrieben "ohne Regler".

    Mehr Wiedersprüche sind nicht mehr möglich, die Verwirrung war perfekt und dabei stand ich immer in Griffweite des Reglers.


    Direkt vor den Augen aber doch verborgen:




    Im Hohlraum hinter der Batterie, die im eingebauten Zustand den Deckel "versteckt" sitzt er.

    Eigentlich gut, denn da sitzt er geschützt aber wenn man es nicht weiß, auch ein gutes Versteck.



    Den Regler ausgebaut, geöffnet und die Messungen mit dem Teil aus der Ersatzteilkiste verglichen.

    Erstaunlich wie schön das nach über 40 Jahren aussehen kann, wenn es gut geschützt ist unter der Abdeckung mit Dichtung.

    Das Messergebnis war dann, entweder beide gut oder gleich kaputt, denn ich hatte an den jeweiligen Kontakten die selben Messungen beim Vergleich beider Teile.



    Ich hab dann dennoch die völlig oxydierten Kontakte des Ersatzteils aus dem Stecker ausgestoßen und gereinigt um diesen Regler im Auto zu testen.



    Auch dieser Versuch brachte nichts, immer noch keine Ladung. So verbaute ich eine alte Lichtmaschine, jene die verbaut war als ich das Auto kaufte. Diese habe ich damals aber erneuert da sie knapp 16 Volt in die Batterie drückte und das geht auf Dauer nicht gut. Aus jetziger Sicht, wo ich den externen Regler kennen gelernt habe, war das völlig Sinnbefreit und nur ein Zufall, dass die damals neue Lichtmaschine um die 14 Volt lieferte, denn diese Regler kann man einstellen.


    Einstellschraube mit Kontermutter:



    Da das Kabel sehr kurz ist, der Regler dabei knapp am Pluspol der Bat. ist und man den Motor laufen lassen muss zum einstellen habe ich eine Gummimatte untergelegt und dennoch ist es unlustig unter Strom daran zu hantieren. Die Einstellung ist sehr empfindlich und sobald man die Mutter zum sichern der Einstellschraube anzieht, wandern die Volt wieder etwas nach oben. Aber mit etwas Geduld hatte ich dann im Leerlauf 13,2 Volt ....



    und bei erhöhter Drehzahl 14,6 Volt.


    Jetzt läuft er wieder wie er soll und wenn ich Zeit finde, werde ich mir die defekte Lichtmaschine, welche gerade mal 10.000 km drauf hat noch mal genauer ansehen.